Deutschlands Freiheit

Dass Deutschlands Freiheit am Hindukush verteidigt werden muss, das weiß der aufgeklärte Mensch von heute natürlich. Während Wirtschaft, Medien und Regierung „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ feiern, um die Vergangenheit Vergessen zu machen, um zu verleugnen, dass diese 60 Jahre geprägt waren von den Nachbeben Nazi-Deutschlands. 60 Jahre in denen Altnazis fröhlich hohe Ämter bekleideten, bis nicht die Gerechtigkeit, sondern die Biologie, ihrem schergenhaften Dasein ein Ende setzte. Wir brauchen wohl kaum darauf hinweisen, dass der Staatsapparat nie wirklich „entnazifiziert“ wurde.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland entwaffnet – nicht ohne Grund! 2 Weltkriege, Millionen ermordete Menschen, gehen auf das Konto „der Deutschen“. Doch was wäre Deutschland ohne diese Blutgeilheit?
Die Bild am Sonntag weiß natürlich wie das richtig heisst. Nach dem Tod von 3 deutschen Soldaten in Afghanistan, die bei einem Gefecht mit Taliban, mit ihrem Panzer in einen Wassergraben manövrierten und ertranken schreibt das Springer-Blatt, die Soldaten in Afghanistan würden Deutschlands Freiheit verteidigen. Damit nicht genug, denn der Staat weiß natürlich wie man den Tod von 3 jungen Soldaten ausschlachtet. Tragisch genug, dass sie dazu verleitet wurden Soldaten zu werden und mit der Waffe in der Hand für den „Frieden“ zu kämpfen.
Die britische Zeitung „The Guardian“ geht von bis zu 49.000 Opfern aus. 49.000 zu viel.

„Wir sollen hier kämpfen und töten. Das muss den Leuten in Deutschland mal einer erzählen.“

Zitiert die Bild-Zeitung einen Soldaten – Und ehrlich – Wir waren auch empört darüber, dass Soldaten plötzlich kämpfen und töten müssen. Aber Bild-Zeitung und Bundeswehr, wissen wie man Krieg anschaulich für den Durchschnittsdeutschen verpackt:

„Wenn die auf uns schießen, kriegen sie’s von uns besorgt“, sagt ein Hauptfeldwebel. „Wenn du 0:1 hinten liegst, versuchst du, den Ausgleich zu machen und dann das 2:1. So einfach ist das.“

Es irgendwem besorgen und Fußball – da fehlt ja eigentlich nur noch Bier und es ist fast wie Zuhause.

Wie schamlos der Staat in fernen Ländern für „Frieden“ und „Freiheit“ mordet, und dabei es versteht die tollen 60 Jahre zu feiern. Am 2.August.1945 wurde beim Potsdammer Abkommen die demillitarisierung Deutschlands beschlossen. Wenige Jahre später begann die Aufrüstung, aufgrund des imperialistisch motivierten Kalten Kriegs, wieder erneut. Der Kosovo-Krieg 1999 machte deutlich: Ein pazifistisches Deutschland ist weder gewollt noch machbar. Die Blutgeilheit „der Deutschen“? Wir glauben: NEIN! Machtinteressen der Wirtschaft und des Staates müssen um jeden Preis befriedigt werden. Der Tot hunderter, tausender Menschen, ist ein geringes Übel. Anstatt dem Gefühl der Massen zu folgen, und „NEIN!“ zu Kriegstreiberei und Angriffskrieg zu sagen, will die Regierung mehr Geld für Waffen. Der Bundeswehrbeauftragte verlangt von Gewerkschaften und Kirchen, dass sie sich für den Krieg aussprechen, damit der Krieg von den Massen getragen wird. Dass die Kirche mitspielt und zuschaut, sah man in der Vergangenheit zur genüge. Dass die Gewerkschaftsbonzen das Proletariat verraten haben, ist trauriger Fakt. Aber auf der Seite der Kriegstreiber wollen sie heute alle nicht stehen. Keiner will das.

Krieg ist immer ein Instrument der Unterdrückung, egal wie es genannt wird, ob „Konflikt“ oder „Einsatz“. Doch auch wenn radikales Vorgehen gegen das Instrument „Krieg“ nötig ist, ist darüberhinaus zunächst die kritische Reflexion des Systems, von dem nunmal die Unterdrückung ausgeht, und daraufhin die Bekämpfung der Ursachen von höchster Priorität. Dass die Ursachen im System liegen, liegt auf der Hand. Krieg ist Kapitalismus. Deutschland, wie jeder andere Staat auch, pumpt Milliarden in seine Armee. Milliarden die dafür verwendet werden Menschen zu Mördern auszubilden, ihnen durch Unterdrückung den letzten Funken Menschlichkeit zu nehmen und sie letztenendes zu bewaffnen.


4 Antworten auf „Deutschlands Freiheit“


  1. 1 tee 28. Juni 2009 um 17:24 Uhr

    32 deutsche Soldaten starben in Afghanistan. 32 Tote zuviel.

    ja, schlimm. die armen deutschen. da sollte der deutsche staat doch mal von einer schwarzen deutschen antifa so richtig kritisiert werden. da einfach deutsche soldaten hinzuschicken, die dort deutschlands freiheit… – moment, wie machen diese deutschen das eigentlich?

    ich tippe mal mit afghanen töten. aber ist ja nicht der rede wert. 32 tote zuviel sind schliesslich 32 deutsche tote zuviel.

  2. 2 Kommunist 28. Juni 2009 um 18:41 Uhr

    Statt mangelnde Entnazifizierung anzuprangern, also selbsteingestandenen Fehler der bürgerlichen Gesellschaft solltet ihr viel eher die Ideale dieser Gesellschaft kritisieren (Ideale, die übrigens in der jetzigen Verfasstheit Deutschlands nicht gerade unerfüllt sind). Aufgabe von Gegnern der herrschenden Verhältnisse bleibt es deshalb Freiheit, Gleichheit und Eigentum als Scheiß-Ideale zu entlarven, die nichts als Ärger für die Leute ohne Produktionsmitteln bedeutet. Alles darunter bleibt immer der konstruktive Dialog mit einem destruktivem System.

    Empfehlung:

    1.) http://gegenstandpunkt.com/vlg/staat/staat_i.htm
    2.) http://umsganze.de/index.php/home/58-staatnationkapitalscheisse

  3. 3 Administrator 02. Juli 2009 um 12:19 Uhr

    @Tee: Deine Kritik ist nur teilweise berechtigt. Uns lag niemals nahe den Tod dieser 32 Personen höher zu werten als den Tod Tausender. An anderer Stelle verdeutlichen wir das auch. Wir wollen nicht unterscheiden zwischen Menschen, denn Nationalität, Hautfarbe, Herkunft, Geschlecht sind alles oberflächliche Merkmale und gerade „Nationalität“ ein konstruiertes Machtinstrument. Den kritisierten Satz sehen wir als Teil der Afghanistankrieg-Kritik, die nur ein Punkt in der Argumentation ist. Krieg als solches ist falsch, und genaudeswegen kritisieren wir den Tod hunderter, tausender, millionen, an anderer Stelle.

    @Kommunist: Wir suchen keinen konstruktiven Dialog mit einem destruktiven System, wie du so schön sagst. Wir betrachten Krieg als kapitalistisches Machtinstrument, auch vor einem historischen Hintergrund. An dieser stelle ist eine tiefergehende Kapitalismuskritik durchaus angebracht, würde aber den Rahmen sprengen. Ob „Freiheit“ und „Gleichheit“ nun „Scheiss-Ideale“ sind mag mensch bezweifeln. Gerade diese Ideale motivieren Menschen doch für eine bessere Welt zu kämpfen, dass diese Ideale allerdings vom System instrumentalisiert werden, ist ein typischer Mechanismus der Unterdrückung der nichts am Wert dieser Ideale ändert. Dass die „Freiheit“ von der Anarchisten oder Kommunisten träumen, niemals die „Freiheit“ sein wird, die den BürgerInnen vorgekaukelt wird, ist unserer Meinung nach selbstverständlich. Die Entnazifizierung anzuprangern kann unserer Meinung nach, in einer solchen Kürze, nicht falsch sein. Auch wenn man ein System kritisiert, darf man immernoch seine Fehler dokumentieren, oder etwa nicht? Wenn wir die fehlende Entnazifizierung anprangern, dann um eben die bürgerliche Gesellschaft zu kritisieren und die faschistischen Tendenzen IN der Gesellschaft anzugreifen.

  4. 4 Kadaver 14. Juli 2009 um 22:51 Uhr

    Habe mal eine Frage an eure Weltanschauung. Es ist ja bekannt, dass gerade linke Gruppen oftmals Streit ahben, was denn nun maximaler Konsens sein sollte etc. Die einen antiimp, die anderen antiD, die anderen machen ein auf Friedenstaube und die anderen gründen nationalbolschewistsiche Vereine wie die DKP in Berlin, welche sich an den früheren Kommunistenführer Ernst Thälmann halten, welcher, genau wie Rudi Dutschke, die Nation als etwas Positives ansah und vor allem als Notwendigkeit ansah, um soziale Gerechtigkeit zu erlangen.

    Euer Text impliziert eine Abneigung gegenüber imperialistsichen kriegen, welche zum Ziel die Okkupation fremder Rohstoffe haben. Quasi, um Protektorate wie nun im Irak zu schaffen, wo der Westen nach Belieben die Rohstoffe frmeder Völker ausrauben kann. Wodurch natürlich auch die Weltmacht weiter manifestiert wird, denn wer den Stoff hat, der hat die Macht.
    Also geht es im Endeffekt um Geld,
    nicht mehr/nicht weniger.

    Nun meine Frage:

    Seid ihr also Antiimperilaisten? Wenn ja, würde vll eien Art Selbstdarstellung angebracht, denn ich für meinen Teil kann auf fanatische Israelgeilheit getrost verzichten, wenn ich seheh, wie die Palästinenser in riesigen Lagern „konzentriert“ werden( ich weiß, sehr provokant formoliert) und ihrem Land etc beraubt werden.

    Ich komme auch aus Unna und möchte eig aktiv werden, aber wie gesgat,hab kein bock, mich auf ’ner nationalen israeldemo bald wiederzu befinden, wenn ich mit euch unterwegs bin.

    Hoffe, habt so einigermaßen meine Sorgen, Ängste, Fragen und Anregungen verstanden :P

    Lg
    Kadaver

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